Wien-Marathon top - mein Rennen flop!

Ich glaube, das ist eine sehr aussagekräftige Überschrift, die mein Antreten beim Wien-Marathon auf den Punkt bringt. Trotzdem ein paar ergänzende Worte dazu: Meine Vorbereitung war mehr als zufriedenstellend. Bedingt dadurch, aber auch durch motivierende Worte aus der Laufblogszene (danke) fühlte ich mich in der Lage, meinen sieben Jahre alten Rekord zu brechen. Interessanterweise war ich auch sehr ruhig, was nach Befestigung der Startnummer normalerweise eher selten der Fall ist. Auch entfiel der sonst übliche Stress mit dem mehrmaligen Aufsuchen der Toilettanlagen. Alles bestens also, denn auch die Wetterbedingungen waren traumhaft. Die idealen Zutaten für einen Traumlauf also!

Um 09:00 der Start und tausende, fröhlich gestimmte, Menschen begannen ihren ganz persönlichen Wettlauf, so auch ich. Mein Tempo war enorm, trotzdem strengte mich überhaupt nicht an, obwohl ich den Kilometer nur knapp über 5 Minuten lief. Mit der Zeit drosselte ich auf 5:20, da ich eigentlich "nur" eine Zeit um 3:45:00 anstrebte. So - und dann kam wahrscheinlich die erste verhängnisvolle Entscheidung - ich nahm bei KM 15 ein Gel! Schon oft hatte ich Probleme damit, weil mein Magen generell ein wenig empfindlich ist. Auch diesmal kamen relativ bald Magenkrämpfe, die zunehmend stärker wurden, ich drosselte mein Tempo und überlegte: Soll ich weiterlaufen und vielleicht noch mehr Probleme haben, oder soll ich wenigstens den Halbmarathon finishen. So kam die wahrscheinlich zweite verhängnisvolle Entscheidung, jene hin zum Halbmarathon. Ich änderte die Strecke und merkte, dass es langsam wieder besser wird. Zu spät! So gab ich noch einmal "Gas" und sprintete die letzten beiden Kilometer mit einer 4:35er-Zeit ins Ziel, welches ich, nach meiner Stoppung, mit einer Zeit von 1:52:46 erreichte. In der Wertung scheine ich (noch) nicht auf, üblicherweise gibt es aber zeitverzögerte Korrekturen. Ziemlich "angebissen" rauschte ich gleich nach meinem "Traumlauf" nach Hause!

So, jetzt noch eine Frage an meine Leser:
Welche Erfahrungen habt ihr mit den Gels?
Gibt es Alternativen dazu?

Noch ganz kurz zum Vienna-City-Marathon, der heuer ganz im Zeichen des Halbmarathons stand, den natürlich Haile Gebrselassie in Rekordzeit gewann, obwohl er zwei Minuten nach den Topläufern startete. Unglaublich! Auch der Lauf selbst war sehr gut organisiert. Großes Lob an den Veranstalter und Gratulation an alle Teilnehmer die ihr Ziel erreichten!

Kommentare:

  1. Gels sind ganz übel, aber das wird sich jetzt ändern. Ich trainier das jetzt und bestell ein 25er Pack! Diese Riegel sind ja auch ätzend, hab keine Muse und Kraft das Zeug weiter zu kauen und zu schlucken.
    Trotzdem hattest du ja einen tollen Lauf, wenn auch kürzer als geplant. Aber es sieht aus, als wenn du super Form warst! Glückwunsch!

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  2. Nachdem Sabine nicht direkt posten konnte, gebe ich hier ihren wichtigen Kommentar weiter. Gleichzeitig werde ich ihre Anregung gerne aufnehmen, denn jetzt habe ich von den Gels echt "die Schnauze voll"!

    "Hallo Reinhard!
    Leider kann ich keinen Kommentar auf Deiner Blogseite abgeben. Deswegen muss ich zur Mail greifen!...

    Einerseits schade, dass es Dir heute so ergangen ist. Andererseits hast Du meine Bewunderung für Deine Erfahrung und mentale Kraft, Dich während des Laufes umzuentscheiden. Das spricht sehr für Dich und die Qualität Deiner Läufe! Auch wenns mal vom Gefühl her die falsche Entscheidung war!

    Zum Thema Gels: Ich verwende die Produkte von Aktiv3. Da ich an Fructose- und Lactoseintoleranz leide, ist alles, was Powerbar und Co so anbieten wie Gift für mich. Ich kann ein Lied von Magen- und Darmbeschwerden vor, während und nach dem Lauf berichten... Das Gel von Aktiv3 ist absolut genial! Nie wieder irgend ein Problem mit der Nahrungsaufnahme bzw. Verdauung! Auch das Iso-Getränk und die Riegel sind toll! Schau mal nach auf www.aktiv3.de Sehr zu empfehlen! Ich hab die Sachen auf der Marathonmesse in Wien 2010 kennengelernt und bin seither begeistert. Was anderes nehme ich gar nicht mehr. Beim NY-Marathon hatte ich einfach 6 Geltuben in eine kleine Flasche gefüllt und das war meine gesamte Nahrung. Dazu nur Wasser an den Labestellen - fertig! Ist alles drinnen, was man braucht inkl. der richtigen Zusammensetzung an Salzen.

    Naja, genug der Werbung - hätte das gerne bei Dir gepostet auch für andere Leser. Aber vielleicht schreibst Du ja selbst mal was darüber.

    Jedenfalls Finger weg von anderen Gels, die aus Fructose und so einem Dreck zusammengesetzt sind. Das kann kein Körper richtig verdauen!! Sie ziehen Dir, weil sie hypoton sind, das Wasser aus dem Körper, weil es für die Verdauung des Zeugs benötigt wird. Und außerdem verträgt man es kaum, eben aufgrund der Zuckerzusammensetzung. Ein Glück, wenn es einen Lauf lang im Körper bleibt...."

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  3. Ich mache mit den Gels gute Erfahrung. Wenn ich die jeweils mit drei bis vier dl Wasser nachspüle, geht es gut. Aber zuviel und zufrüh darf es bei mir auch nicht sein. Ich habe allerdings schon bei km 7 oder 8 einen, bei km 16 den zweiten eingeworfen. Aber da ist jeder Läufer etwas anders.
    Gute Erholung!

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  4. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Lauf Reinhard!Du kannst sehr stolz auf Dich sein und ich hoffe sehr, dass Du das auch bist. Du hast Größe bewiesen und hast gefinisht. Du hast im Vorfeld prima trainiert und Du bist einfach ein Mensch mit guten und schlechten Tagen. Manchmal "läufts" einfach nicht so super, wie man das beim Universum bestellt hat. Dafür läuft's an anderen Tagen, bei denen man dann gar nicht damit rechnet, genial.

    Ich habe gute Erfahrungen mit dem Ultrasports Gel gemacht. Wie es mir ohne ergangen wäre, weiß ich allerdings nicht... die haben zwei Geschmacksrichtungen. Ich bekomme sie beide gut runter und spüle mit einem kleinen Wasserbecher nach. Vertragen tue ich sie super, ganz im Gegensatz zu PowerBar-Produkten, und kann sie von daher gut empfehlen.

    Erhol Dich gut von Deinem Lauf, Regeneration ist ganz wichtig! :-)
    Viele Grüße!

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  5. Gratuliere dir zu deinem Lauf Reinhard,trotzdem schade das dein Plan nicht aufgegangen ist.
    Marathon hatt leider eigene Gesetze.

    Zu den Gels,
    nachdem ich mit den Power Bar Gels auch manchmal Probleme mit dem Magen hatte bin ich umgestiegen auf die High 5 die sind bekannt dafür das die sehr Magenschonend sind,hatte auch noch nie Probleme damit.
    Was noch toll ist die sind nicht so klebrig und man braucht daher überhaupt nichts zum nachspülen.


    Lg Mario

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  6. Einen Marathon abzubrechen braucht manchmal mehr Grösse als ihn zu Ende zu laufen! Deshalb Hut ab!

    Ich liebe diese Gels! Wobei ich auch darauf achte, dass ich mit Wasser gründlich spüle. Dafür trinke ich unterwegs nie Isogetränke! In kritischen Momenten war für mich schon oft Cola die Rettung.
    Zudem bin ich mich gewohnt, dass ich beim Marathon einmal eine Toilette aufsuchen muss. Doch diese 90 s gönne ich mir!
    Gute Erholung und auf den nächsten Marathon!

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  7. Auch von mir trotz allem GLÜCKWUNSCH! Ich habe den Lauf vor dem Fernsehschirm verfolgt, erst auf ORF2 und dann auf ORF SPORT PLUS und ich beneidete alle Läufer, die an diesem tollen Event teilnehmen konnten!

    Bzgl Gels habe auch ich meinen Senf dazuzugeben.
    Und zwar möchte ich nicht meine eigene Erfahrung mit dir teilen, sondern die eines Podcasters
    Chad, (von Candotri.com) hat auch große Probleme mit herkömmlichen Gels und er ist dazu übergegangen, sich selbt welche zusammenzumischen und verwendet diese bei seinen Triathlons und Läufen.
    http://candotri.com/nutrition/homemade-energy-gel.html
    eventuell hilft dir das
    lg
    Arlbert

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  8. Gestern Abend habe ich noch bei einem Glas Wein "meine Wunden geleckt", heute moderiere ich ganztägig einen betriebswirtschaftlichen Workshop. Wenig Zeit also ins Internet einzusteigen. Daher möge man mir verzeihen, wenn ich nur pauschal antworte:
    Vielen herzlichen Dank für eure lieben und aufmunternden Worte, die mir sehr geholfen haben. Nachdem der Tag und auch der Lauf so positiv begonnen haben, war das Ende ein wenig demotivierend! Ob die Entscheidung richtig war kann nachträglich nicht mehr beantwortet werden. Zum Zeitpunkt, zu dem sie gefällt wurde, war sie es!

    Eure Tipps sind sehr zahlreich und überaus wertvoll. Ich werde den Anregungen intensiv nachgehen und weiß, dass ich Gels dieser Art nicht mehr verwenden werde.

    Ich freue mich jedenfalls über die Unterstützung der Laufblogfamilie. Glaubt mir, das tut gut, sehr gut sogar!!! Euer Reinhard

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  9. Das tut mir leid Reinhard. Mit den Gels ist das so eine Sache. Man muss es vorher eigentlich ausprobieren ob man sie unter Belastung verträgt.
    Ich musste da auch meine Erfahrungen machen. Zum Glück konnte ich das im Training.
    Meistens gibt´s eher ein bisschen Banane und gegen Ende ein bisschen Cola. Kommt immer auf meine Verfassung an.
    Wenn ich ab Kilometer 10 regelmäßig alle 5km Gel nehme komme ich bei den ganz langen Dingern aber ganz gut über die Runden.
    Mal vom Geschmack abgesehen. ;-)
    Lass den Kopf nicht hängen und freue Dich einfach auf den nächsten!

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  10. Alle Achtung vor Deiner Entscheidung und dann trotzdem noch zur guten Zeit bei Deinen Beschwerden.
    Ich habe bis jetzt nur die UltraSport Gels in meinem letzten langen Lauf getestet. Vertragen habe ich die gut, aber mir ist auch bewusst geworden, dass ich noch mehr Flüssigkeit dazu aufnehmen sollte. Ich habe vor bei meinem Marathon bei km 0, 10, 20 und 30 ein Gel zu nehmen. Danach kann ich dann neue Erfahrungen berichten.

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  11. Gerd & Ralf
    Auch euch beiden meinen herzlichen Dank. Es ist wirklich unglaublich, welch tolle Unterstützung die Bloggerfamilie hier weitergibt, für die ich zutiefst dankbar bin. Eure Erfahrungen werden dazu beitragen, dass der nächste Lauf ein besserer wird. DANKE!!!

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  12. Hallo Reinhard,
    die richtige Strategie, um ein Gel einzunehmen wäre bei der Verpflegung ienen Becher Wasser trinken und nachher das Gel nehmen. Dabei kann auch etwas im Mund bleiben, die Mundschleimhaut kann auch Kohlenhydrate aufnehmen.
    Mit dem Ultra Gel von Ultra Sports bin ich dabei sehr gut zurecht gekommen.
    lg Roadrunner

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  13. @Roadrunner
    Aha, das habe ich umgekehrt gemacht! Vielen Dank für den Tipp!

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  14. Die Gels muss man mögen oder sich antrainieren. Wenn du vorher weißt, dass sie dir nicht gut bekommen, ist so eine Entscheidung natürlich fatal.

    Andere Vorschläge? Cola (mit möglichst wenig Kohlensäure) wird ja immer wieder empfohlen. Bananen wirken sicher auch nicht schlecht, wobei die Einnahme beim Laufen eher schwer ist. Ich hatte damals bei meinem Marathon zwei Gels mit Wasser und später dann verzweifelt nach Äpfeln gegriffen, um etwas Frische zu erhalten (die Säure tut mir sonst auch nicht gut).

    Wie hast du denn die vorherigen Marathons überstanden?

    Hak das Ding ab und freu dich auf's Nächste :-)

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  15. Hannes
    Das mit der Magen(Un)Verträglichkeit ist nicht immer gleich. Natürlich ist es blöd, wenn du erst unterwegs draufkommst, dass das mit dem Gel gerade heute keine gute Idee ist. Das bedeutet, ich werde mich auf alle Fälle nach Alternativen umsehen. Bedingt durch deine/ eure Hilfe wird das garantiert gelingen.
    Du hast vollkommen recht, daher freue ich mich auf's Nächste. Danke!!

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  16. Das sind ja wirklich tolle Tipps.

    Mit meinem Riegel herrschte durch die warmen Temperaturen irgendwie immer Wüste im Mund, trotz Wasserzufuhr. Das muss sich echt ändern, aber vor Gel hatte ich immer Angst.
    Die Claudi hat auch eine tolle Wasserflasche zum Thema Gel vorgstellt, die vielleicht für den ein oder anderen interessant sein könnte, da sich das Problem Gel&Wasser somit von selbst löst: http://claudigivesitatri.blogspot.com/2011/04/was-man-braucht-hat-oder-gerne-hatte.html

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  17. Nadin,
    danke für die Ergänzung. Ich war jetzt selbst sehr positiv überrascht über die vielen Tipps, die ich zu diesem Bericht erhalten und dankbar angenommen habe!

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  18. Solche unerfreulichen Erfahrungen mit der Nahrungsaufnahme beim Marathon habe ich bisher zum Glück noch nicht gehabt, aber ich muss sagen, dass mein allererster Versuch mit einem Riegel leicht daneben ging: ich bekam im späteren Verlauf des Rennens keinen Bissen mehr herunter! Gels verwende ich im Vergleich zu anderen Läufern eher sparsam, habe sie aber bisher immer gut vertragen (Powergel und Squeezy).
    Gräm dich nicht mehr allzusehr, du hast dich vollkommen richtig entschieden, mit Magenproblemen vom Marathon „abzubiegen“!

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  19. Andreas
    So lernt man halt immer wieder dazu. Erfahrungen, die gerade bei einem Marathon schmerzhaft sind. Dank eurer hilfreichen Kommentare geht's mir aber wieder gut!
    Frohes Osterfest - Reinhard

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  20. Lieber Reinhard,

    zwar spät, aber ich möchte Dir auch noch hierlassen, daß ich mit Dir mit leide und Dich mit Dir mit freue. Es tut einfach weh, wenn man den Kurs korrigieren muß. Ich denke aber mal, daß Du mittlerweile über das erste "Au" hinweg bist und schon wieder neuen Schandtaten (die Deine Leistungsfähigkeit ja ganz offensichtlich zulassen)optimistisch entgegenblickst. ;-)

    Alles Liebe!

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  21. Achso: und die Statistik- und Zahlenverliebtheit kann nicht nur ein Hannes zu gut nachvollziehen. *schmunzel*

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  22. Evchen,
    hab dich vermisst. Schön, dass du wieder da bist!
    Danke auch für deine tröstenden Zeilen und dass du mein Leiden teilst.
    Ja, ich blicke schon wieder ausschließlich nach vorne und nehme mein nächstes Ziel in Angriff. Zuerst werde ich aber noch meine Verkühlung völlig auskurieren. Damit ich dann auch wirklich fit bin ;-)

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  23. Hallo Reinhard,
    spät, aber doch, möchte ich Dir trotzdem zu Deinem Lauf gratulieren, auch wenn Du nicht ganz zufrieden bist. Du hast eine Entscheidung getroffen, die aus damaliger Sicht die richtige war. Wer weiss, wofür es gut war, und wie es Dir andernfalls gegangen wäre.

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

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  24. Wolfgang, es wird wohl so gewesen sein.
    Es geht ja wirklich darum in einem bestimmten Moment eine Entscheidung zu treffen und dazu auch zu stehen.
    Danke und liebe Grüße - Reinhard

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