Laufen mit Rheuma!

Seit Anfang Juni bin ich krank - Diagnose Rheuma!
Da tauchten unweigerlich Fragen auf: ICH?! Das muss ein Irrtum der Natur sein! Warum ich? Was habe ich falsch gemacht? Ich bewege mich regelmäßig, rauche nicht, trinke mäßig, esse einigermaßen gesund! Also, was solls?!

Man muss sich vorstellen, dass ich in der Vergangenheit nur ca. 1-2 mal pro Jahr beim Arzt war. Ab Juni aber Stammgast in diversen Ordinationen. Sei es mein Hausarzt Dr. Dornkasch (der letztendlich nach Wochen den Grund meiner Schmerzen fand), der Rheumatologe, der Röntgenarzt und der Orthopäde. Das Ergebnis: Kein Läuferknie, keine Achillessehnenverletzung, keine Verletzung jener Stellen des Bewegungsapparates, die sich nach und nach schmerzhaft meldeten. Die mich eine Ewigkeit kaum bewegen und wenig schlafen ließen. Sondern Rheuma! Der Körper spielte verrückt! Und ich wurde es zunehmend!

Nach und nach kam ich aus der Frustphase, die mich ja definitiv nicht weiter bringt. Aber wenn du früher 50 - 60 KM pro Woche gelaufen bist und dann radikal auf Stopp gestellt wirst, darf man ein wenig verzweifelt sein! Natürlich probierte ich zwischendurch immer wieder ein paar Kilometer. Speziell in Hinblick auf den Berlin- bzw. Mallorca-Marathon. Musste aber bald einsehen, dass es keinen Sinn ergibt. Die Veranstaltungen waren auch ohne mich ein voller Erfolg (ein wenig Zynismus sei erlaubt)!

Ich habe lange überlegt darüber zu schreiben. Dies deshalb, weil ich ja grundsätzlich kein Kind der Traurigkeit bin, äußerst positiv zum Leben stehe und negative Botschaften bei mir daher Seltenheitswert genießen. Im Endeffekt wird es auch keine negative Geschichte! Denn, wer einmal verspürt hat was laufen bedeutet, der will es immer wieder tun. Das war auch der Motor für mich. Dieses Gefühl wieder erleben zu dürfen. Nein, zu wollen!! So suchte ich nach Möglichkeiten von den starken Tabletten wegzukommen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. In meinem Fall mit TCM. Seit einigen Wochen bin ich nun Kunde bei Dr. Kong, die mich regelmäßig akupunktiert. Das Ergebnis ist, dass die Schmerzen zunehmend weniger werden. Die Tabletten auch!

Erfreulich ist auch die Tatsache, dass ich bereits vorsichtige Läufe absolviert habe. Kurz, schön und befreiend. Ich gestehe, dass ich natürlich nicht weiß, ob ich jemals wieder so laufen kann wie früher. Oder, ob ich jemals wieder an Wettbewerben teilnehmen kann. Das ist mir jetzt aber - ehrlich gesagt - ziemlich wurscht. Ich will einfach weitermachen! Denn laufen werde ich wieder, mit oder ohne Rheuma!

Meine Botschaft, die ich hier weiter geben will ist: Ohne laufen hätte ich die Krankheit als vom Schicksal gegeben akzeptiert. Ohne zu wissen, was laufen bedeutet, wäre ich vielleicht in der Verzweiflung geblieben. Natürlich schwanke ich noch immer zwischen Hoffen und Bangen, weiß aber auch, dass ich nicht so krank bin wie jene Menschen die wirklich leiden. Aber eines gilt für mich ebenso, wie für alle Menschen die jemals in Not geraten sind - gib niemals auf! Gerade jetzt!

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