"Der tut nix ...!"

Seit einigen Monaten ist Martin Rütter mit seiner Show "Der tut nix" in Deutschland und Österreich auf Tour, so zuletzt auch in Graz. Gemeinsam mit meiner Frau, unseren Töchtern und einem ihrer Freunde besuchten wir die Veranstaltung. Klar, hatte ich doch als Kind einen Hund (siehe Foto), dann später wegen unserer Kinder wieder einen und jetzt haben die selbst ihre Vierbeiner!

Es war eine sehr kurzweilige Show, die so manchen HundebesitzerInnen humorvoll den Spiegel vor Augen hielt, mit einem überragenden Hundetrainer, der es locker schaffte eine riesige Menschenmenge stundenlang zu unterhalten Im sehr kurzweiligen Programm gab es nicht nur eine Übersicht der Verhaltensweisen verschiedenster Rassen, sondern auch welche, die das Verhältnis zwischen Mensch und Hund darstellte. Und da ich mit diesen als Läufer oft - und mehr als mir lieb ist - in Kontakt komme, habe ich dazu so meine eigenen Erfahrungen!

"Der tut nix!", oder noch öfter "Meiner tut nix!" schallt es mir dann oft entgegen, wenn ich so meine Laufrunden ziehe. Sprüche also, die viele meiner läuferischen Leidensgenossen nur allzu gut kennen, die Hunde selbst deren Sinn aber nur selten verstehen und/ oder ignorieren. Wie folgendes, aktuelle Beispiel zeigt:

Ich im Alter von 5 Jahren mit meiner Hündin Asta
Ich lief eine schöne, lange Runde und war nur mehr ein paarhundert Meter vom Wohnhaus entfernt, als vor mir zwei Frauen gingen, ins Gespräch vertieft, der Hund freilaufend. Ich kam näher und der Hund lief auf mich zu. Spielen, oder beißen wollend war mir in dem Moment egal, er hatte meine Unterschenkel im Visier! Ich wehrte ihn jedenfalls ab und bat die Damen, die mich sowieso kaum wahrnahmen, den Hund an die Leine zu nehmen, wenn sich Läufer nähern. Die Antwort war: "Regn's ihnan nit auf, der tuat eh nix!", um dann noch zu erfahren an der Attacke selbst schuld zu sein. Wie kann ich einfach so daher laufen ohne mich schon hunderte Meter vorher bemerkbar zu machen?! Da macht sich bei mir Ratlosigkeit breit!

Das ist ein relativ harmloser Zwischenfall. Es gibt genügend deftigere Geschichten, die in Laufblogger-Kreisen immer wieder kursieren. Und man merkt, dass hier unterschiedliche Welten aufeinander treffen. Hunde sind sehr selten angeleint. Gesetzlich nicht ganz OK, kann man aber doch Verständnis aufbringen, denn sie brauchen ihren (kontrollierten!) Auslauf. Sie trifft auch keine Schuld, denn das Problem liegt zumeist bei den Besitzern, die ihre Lieblinge oft kaum beachten und diese höchst selten im Griff haben. Dabei wäre es so einfach, wenn ...

... Hundebesitzer folgende Anregungen beherzigen:
- nehmt eure Lieblinge an die Leine, wenn sich Läufer nähern. Zeigt diesen, dass ihr den Hund im Griff habt!
- berücksichtigt bitte, dass es Menschen gibt, die zum Teil panische Angst vor Hunden haben
- denkt daran, dass auch der bravste Hund unberechenbar sein kann (Beispiele gibt's genug)

... Läufer folgende Anregungen beherzigen:
- achtet auf den Besitzer. Denn quasselt dieser mit anderen oder telefoniert eifrig kann's gefährlich werden
- werdet langsamer und schaut dem Hund nicht in die Augen, sondern über ihn hinweg
- beschäftigt euch ein wenig mit der Körpersprache des Hundes. Die ist ziemlich aussagekräftig

Ein erträgliches Miteinander geht, wie Martin Rütter überzeugend darstellte!

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