Einer der auszog um die vier Berge zu erobern!

Am Tag der Kreuzesnägel Christi laufen viele Kärntner Frauen mit bloßen Füßen in einem Tag über vier Berge. Diese Frauen stammen aus der Stadt St. Veit und der Umgebung des Helenenberges (heute Magdalensberg), des Ulrichsberges, des Veitsberges und des Lorenziberges ... und sie laufen schweigend und glauben, so alles erlangen zu können, was sie erbitten und es handelt sich um eine große Entfernung."

So schrieb der Wiener Humanist Ladislaus Sunthaim im Jahr 1500 über diesen Jahrhunderte alten Brauch! Nach wie vor begeben sich in Mittelkärnten tausende Pilger am zweiten Freitag nach Ostern (heuer der 17. April 2015) auf den Weg zum traditionellen Vier-Berge-Lauf. Dabei erstürmen die Wanderer die vier Berggipfel, ca. 50 Kilometer und 2.500 Höhenmeter in etwa 16 Stunden. Beginnend ab Mitternacht (viele schon wesentlich früher) zieht die Karawane, unter teils unwirtlichen Bedingungen, bei Regen, Schnee und praller Sonne in einem ewigen Auf und Ab dahin. So unterschiedlich wie die Menschen, sind auch die Gründe warum die Pilger diese Strapazen auf sich nehmen. Glaube, Hoffnung, körperliche Ertüchtigung, oder das Wissen nach dreimaliger Begehung ganz sicher in den Himmel zu kommen?

Erfreulich die unzähligen "Wiederholungstäter"! Solche die jedes Jahr und bei jedem Wetter die Wanderschuhe anziehen, aber auch jene die in unregelmäßigen Abständen dabei sind. Wie eben ich, der sehr spät die Liebe zum "Vier-Berge-Lauf" entdeckt hat und die Teilnahme eher von Lust, Laune und Stimmung abhängig macht. Der zu jenen gehört, die gerne gerne alleine gehen, andächtig, in sich gekehrt! Heuer übrigens das zwölfte Mal, doch diesmal war alles anders ...!

Erstmals begann ich den Pilgerweg in Begleitung, nämlich mit "Cali", der Labradorhündin meiner älteren Tochter. Doch da ahnte ich noch nicht, dass noch etwas anders sein wird als sonst ...!
Mit Cali kurz vor dem Abmarsch
Cali erwies sich als eine perfekte Partnerin. Sie überstand gleich zu Beginn geduldig die übermäßig lange Fahrt im vollgestopften Bus, aber auch die Wartezeit am Magdalensberg bis zum Ende der heiligen Messe, verbunden mit einem stürmischen Wind. Dann endlich öffneten sich die Türen der Kirche und im schnellen Schritt ging mit den Sternträgern talwärts. Der ganze Weg eine durchgehende Lichterkette. Nicht von Kerzen, wie früher, sondern aus LED-Taschenlampen. Man geht ja mit der Zeit! Und Cali? Die trabt stets brav an meiner Seite, schaute regelmäßig zu mir hoch um sich zu orientieren bzw. mögliche Befehle abzuholen (oder gar feine Leckerlis?). Alles bestens und ich freute mich wirklich den langen Weg mit ihr gehen zu können.

Zu früh gefreut, denn recht bald nach dem Gasthaus Fleißner kamen die Schmerzen - mein Rheuma machte sich bemerkbar! Und der Bereich der Achillessehne im rechten Fuß ganz besonders. Rheumaschmerzen bin ich zwangsläufig gewohnt, denn sie kommen und gehen. Immer wieder! Wenn sie sich allerdings - wie diesmal - in den Beinen bemerkbar machen ist das mehr als unangenehm. Denn die Wanderung ist unter normalen Umständen schon schwer genug! So wurde mein Gang immer schwerer, die Schmerzen stärker. Schweren Herzens beschloss ich daher nach nur 14 Kilometern in Pörtschach am Berg die Wallfahrt abzubrechen. Das Taxi brachte uns nach Hause und beendete ein ursprünglich besonderes und unvergessliches Erlebnis anders als erwartet!

Ob ich wieder einmal gehen werde?
Ehrlich, ich weiß es nicht ....!

Noch ein paar Links zum Vier-Berge-Lauf:
www.kaernten.at/de/articles/view/1620
www.gps-tour.info/de/touren/detail.32879.html 

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