Sieben Jahre Rheuma, ein (positiver) Rückblick!

Nahezu auf den Tag genau vor sieben Jahren hat bei einem Urlaub mit meiner Frau in Rabac (Kroatien) alles begonnen. Wie aus dem nichts heraus stellten sich bei einer Fahrt auf einem Ausflugsschiff plötzlich heftige Schmerzen in der linken Schulter ein, die zunehmend schlimmer wurden und mich gegen Mitternacht (als es nicht mehr auszuhalten war) ins Krankenhaus von Labin brachten. In der Erstversorgung wurde mir in der Folge Valium verabreicht!

Als einer der ziemlich gesund lebte, regelmäßig lief und kurz zuvor noch einen Viertelmarathon in meiner Heimatstadt St. Veit gewann und auch zuvor unzählige Laufbewerbe mit hervorragenden Platzierungen absolvierte, war klar, das kann nur eine vorübergehende Schmerzattacke gewesen sein. Leider war es anders und der Beginn eines Leidensweges den ich hier nicht im Detail ausbreiten will, der mich aber über einen längeren Zeitraum hinweg nahezu unbeweglich machte und sehr oft verzweifeln ließ!

Rheuma: Mensch und Körper leiden
Verzweifeln deshalb, weil doch einigermaßen brutale Zeiten auf mich zukamen, mit Schmerzen die abwechselnd so ziemlich alle Teile meines Körpers betrafen. Ich konnte kaum schlafen, das Essen fiel mir schwer und jegliche Bewegung sowieso! Lange Zeit verharrte ich im Gedanken "Warum ich?", wusste aber sehr bald, dass ich nach der Diagnose Rheuma den Heilungsprozess selbst beeinflussen musste. Während viele von einem "vermeintlichen Guru" zum anderen pilgerten, arbeitete ich an der Ernährung, nahm Spezial-Rheuma-Kuren in Anspruch, begann Heilfastenkuren, setzte mich bei -110°C in die Kältekammer und versuchte zunehmend und immer wieder in Bewegung zu kommen. Waren früher Laufdistanzen von 40-50 KM/ Woche und regelmäßige Wettbewerbe bis zur Marathondistanz die Normalität, so war ich nun froh drei bis fünf Kilometer ohne Unterbrechung laufen zu können. War ich endlich so weit dies über mehrere Wochen und Monate tun zu können, kam bald wieder eine Pause und das Spiel begann von vorne. Immer, und immer wieder!

Nachdem ich im Sport gelernt habe Grenzen zu verschieben und dass Aufgeben keine Option ist, ließ ich mich nicht unterkriegen. Laufen ist mein Lebenselexier und soll es auch bleiben. Zwischenzeitlich, so kann ich hier voll Freude berichten, ist das auch wieder so! So findet man mich schon wieder sehr lange und regelmäßig auf meinen unzähligen Laufstrecken, aber auch hin und wieder bei dem einen oder anderen Wettbewerb. Speziell beim Wings for Life Run, wo man laufen und spenden kann, im Vorjahr aber auch bei Kärnten läuft mit akzeptablen Ergebnis! Klar ist aber, Halbmarathons oder gar Marathons gehören nicht mehr zu meinen Zielen. Denn schöner als beim New York City Marathon kann man die Laufkarriere eh nicht abschließen!

Aktuelles Laufvideo: Es geht mir (wieder) gut!
Was ist nun mein Rezept? Habe ich ein Mittel gegen Rheuma gefunden oder gar eine bisher unbekannte Wunderdroge? Nein, natürlich nicht, denn die Krankheit wird mich wohl weiterhin begleiten. Dies aber in einem Ausmaß mit dem ich gut leben kann. Die Basis der "Heilung" sehe ich einfach in dem Umstand, dass ich eine Krankheit nicht als "Gott gegeben" hinnehme und mich dem Schicksal füge. Nein, ich tu alles was in meiner Macht steht um den Heilungsprozess positiv beeinflussen zu können. Das bedeutet, dass ich - wie oben beschrieben - eigene Maßnahmen setze, mich aber auch der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle unterziehe. Das ist nun auch mit ein Grund warum ich wieder regelmäßig laufe und mein Medikamentenkonsum (der nie so hoch war wie es einige Mediziner wollten) nahezu auf null ist! Es geht mir wirklich gut und mein Wunsch zum aktuellen Geburtstag ist, dass es so bleiben möge!

Der Grund warum ich hier über das Thema schreibe ist allen, die ähnlich leiden, Mut zu machen. Es ist mir bewusst, dass ich meinen Weg nicht über andere "drüberstülpen" kann. Zu unterschiedlich sind die Menschen und die Krankheitsverläufe. Ich kann hier aber aufzeigen, dass man mit einer positiven Grundeinstellung Berge versetzen und Krankheiten beeinflussen kann. Daher - egal was du hast - gib nie auf!

Kommentare:

  1. Lieber Reinhard,
    Dein Appell wird hoffentlich gelesen und gehört, Dein Beitrag macht Mut für Menschen die mit der selben Krankheit oder auch anderen geschlagen sind. Ich persönlich versuche häufig und nachhaltig meinen Patienten nahe zu bringen wie wichtig Bewegung jedweder Art ist und v.a. positive Auswirkungen auf die schon bestehenden und drohenden Wohlstandskrankheiten hat...leider meist ungehört, dann doch lieber eine Pille gegen die Symptome 🤣🤪
    Wie gut, dass Du es anders gemacht hast und ich wünsche Dir noch viele Geburtstage mit viel Bewegung im Alltag, die Dir Spass bereitet.

    Salut

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    1. Vielen Dank, lieber Christian!
      Gerade du hast mir in der schwierigen Phase sehr geholfen, mich aufgemuntert und mir zu verstehen gegeben, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Deine Meinung als Arzt und Freund war und ist mir wichtig!
      Meinen letzten 6er werde ich heute gebührend feiern!
      Liebe Grüße - Reinhard

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