New York, der Marathon, der Wahnsinn!

"New York, New York" von Frank Sinatra spielte man zum Start des NYC Marathon, als sich zigtausende LäuferInnen aus der ganzen Welt auf den Weg über einen der schwierigsten und größten Stadtmarathons der Welt machten. Es ging tief unter die Haut!

Doch der Beginn sollte auch schon das Ende sein, denn (bedingt durch die stundenlange) Wartezeit in der Kälte haben alle Teilnehmer Klamotten an, derer sie sich vor, bzw. während des Startes entledigten. Z.B. mir vor die Beine, sodass ich gleich einen Kapitalsturz hinlegte. Auf und weiter über die beeindruckende Verrazano-Narrows-Bridge, in der obersten, der drei Etagen! Nach der Brücke gleich hinein in die Menge, die bis ins Ziel ein Feuerwerk der Begeisterung hinlegte! Ausgenommen im Viertel der orthodoxen Juden, mit merkwürdig anmutenden Menschen!
Weiter nach Brooklyn und Queens, wo wieder fröhliche Menschen die Straßen säumten, Musik und tolle Stimmung machten und die Athleten versorgten.


Dann wieder Brücken! Zum "aufwärmen" die kleine Pulaski Bridge und dann die Queensboro Bridge, die schon ein Hammer ist und in einem hohen Bogen über den East River führt. Jetzt bist du in Manhattan und läufst die - nicht enden wollende - First Avenue hinauf zur Willis Avenue Bridge bis in die Bronx. Hier führt die Strecke am Stadion der New York Yankees vorbei und danach über die Madison Avenue Bridge wieder zurück nach Manhattan.

Jetzt wird's so richtig hart! Einerseits weil die Fifth Avenue sowieso wieder lang ist und nach oben geht, aber auch weil ich einen Krampf im linken Bein habe und stehen bleiben muß, um ein wenig zu dehnen. Mein Ziel, es unter vier Stunden zu schaffen, wackelt bedenklich! Weiter, bis endlich der Central Park kommt. An der Ostseite des Central Parks hat die Strecke vier Hügel. Hier kommt ein weiteres Stimmungshighlight der Strecke: Central Park South. Klar, es geht auch hier leicht nach oben und hört nicht auf! An dieser Stelle kommen in jedem Jahr sehr viele Zuschauer zusammen und sorgen für die beste Stimmung. Davon neu motiviert geht es am Columbus Circle zurück in den Central Park bis hin zum Ziel an der Tavern on the Green. das nach 42.195 absolvierten Metern, oder 26,2 Meilen erreicht wird!

Mit einer Punktlandung durchlaufe ich nach 3 Stunden, 59 Minuten, 28 Sekunden, mit Tränen in den Augen, das Ziel!

Der NYC-Marathon, mit einer doch sehr schweren Strecke, war der härteste und schönste Wettbewerb meines Lebens und ein Sieg über mich selbst! Glück, Dankbarkeit und Demut - nach einem äußerst abwechslungsreichem Jahr - erfassen mich.

Für Statistiker noch ein paar Zahlen:
14.961. Platz von 43.741 Gesamt-StarterInnen
185. Platz von 987 Gesamt-StarterInnen in meiner 60iger-Klasse.
113. von den 254 angetretenen ÖsterreicherInnen


Vergleicht man die Zeiten noch mit anderen Marathons, dann erkennt man eine um 3-4% langsamere Zeit. Das ergibt bei den Top-Athleten eine Differenz von knapp 5 Minuten, bei mir an die 8-10 Minuten.

Man mag zu den "Ami's" stehen wie man will, aber diese herzliche und ehrliche Begeisterung den Läufern gegenüber, die sie dir vor, während und nach dem Rennen entgegen bringen, habe ich noch nirgends erlebt!! Ich werde noch viel Zeit benötigen um die Eindrücke dieses einzigartigen Wettbewerbes zu verarbeiten. Es war ein unvergessliches Erlebnis!!

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