Nala, sie war nur ein Hund ...!

Nala, war eine Labradorhündin. Sie war die "Lebensgefährtin" meiner älteren Tochter, ihr Schatten, wie auch fixer Bestandteil ihres Privat- und Berufslebens. Sie waren von Beginn an eine Einheit und nahezu unzertrennlich! Sie war auch unser Liebling, weil sie doch auch einige Zeit in unserer Nähe verbracht hat und daher oft willkommener Gast in unserem Haus war und wir bei Abwesenheit der Tochter ihre "Ersatzeltern" waren. Diese Glückseeligkeit endete letzten Samstag jäh, denn sie ist nur dreieinhalbjährig(!!!) verstorben. Gift wurde ihr zum Verhängnis, welches wahrscheinlich bei ihrem letzten (schönen) Ausflug irgendwo im Gebüsch lag. Vielleicht ein Köder? Wir wissen es nicht!

Nala (Emelie vom Sperberbrünnl) 2009 bis 2013

Für viele mag es schwer verständlich sein, warum man daraus eine Tragödie machen kann, war sie doch "nur" ein Hund, den man jederzeit ersetzen kann. Wer also noch nie die bedingungslose Liebe eines Hundes erfahren hat, darf spätestens hier aussteigen. Für alle anderen will ich kurz beschreiben warum Nala mehr als nur ein Hund war!

Sie war ein Hundewesen mit sehr menschlichen Zügen was zur Folge hatte, dass man ziemlich normal mir ihr kommunizieren konnte. Nicht nur deshalb waren laute Kommandos, wie man sie von anderen Hundebesitzern kennt, bei ihr nicht erforderlich. Man musste die meisten Dinge die es zu tun gab kaum erklären, sie verstand Frauchen sowieso. Sie bellte kaum und war trotzdem beschützend, wenn es erforderlich war. Sie war blitzgescheit, folgsam und treu, eroberte die Herzen der Menschen im Sturm und machte sogar Hundehasser zu Hundeliebhabern.

Schon sehr früh wurde sie zur Therapiehündin ausgebildet um zukünftig älteren Menschen, Kindern und Jugendlichen helfen zu können. Dabei zeigte sie eine unendliche Geduld und Hingabe. Der Hund entwickelte sich so großartig, dass das Zusammenleben- und arbeiten mit beiderseitiger Begeisterung erfolgte. Auch das gegenseitige Vertrauen der beiden war grenzenlos. Diese Einzigartigkeit und überdurchschnittliche Begabung wurde genutzt und um sie herum eine neue Hundetherapiegruppe gegründet um verstärkt aufzuzeigen wie wertvoll Tiere als Therapie für Menschen sein können. Die Zusammenarbeit mit einem Kinder- und Jugendheim wurde fixiert und sollte dieser Tage beginnen!

Doch nicht genug. Nala war auch fixer Bestandteil des zweiten Studiums meiner Tochter, weil sie ihre Masterarbeit über Therapiehunde schreiben durfte. Das gab es an dieser Fachhochschule noch nie. Wird es (vielleicht?) auch nicht geben, denn Nala gibt es nicht mehr! Sie war also nicht nur fixer Bestandteil ihres Lebens, sondern auch ihrer Arbeit und ihres Studiums.

Gewiss, Hundebesitzer lieben ihre Hunde und für jeden ist der eigene Hund der Beste. Aber diese Hündin hatte etwas, was sich nicht in Worte fassen lässt und auch andere Hundebesitzer regelmäßig zum Staunen brachte. Für Tochter und Nala war dieses Verhalten allerdings normal, sie kannten beide nichts anderes. Nicht nur aus diesen Gründen ist es für uns alle ein schwerer Schlag, der tiefe Trauer in uns hochkommen lässt. Ganz besonders aber bei unserer Tochter. Wo sie war, war auch Nala. Sie waren eins und untrennbar miteinander verbunden. Der Schmerz über ihren unerwarteten und viel zu frühen Tod lässt sie förmlich zerreisen.

Nala, sie war mehr als ein Hund!
Sie ist viel zu früh gegangen und wird allen die sie erleben durften fehlen. Sie war einzigartig!

P.S.
Ich hatte als Kind bereits einen Hund und auch unsere Familie hatte, als unsere Töchter noch Teenager waren, einen Hund. Auch unsere jüngere Tochter "ist auf den Hund gekommen"! Dies immer in dem (zu oft verdrängten) Bewusstsein, dass Tiere üblicherweise früher sterben als Menschen. Bedingt durch die Besonderheit dieser Hündin und deren viel zu frühen Tod ist es diesmal irgendwie anders. Der Verlust hat die gesamte Familie berührt. Ich selbst versuche daher diese Situation mit diesen Zeilen ein wenig aufzuarbeiten. Vielleicht gelingt es mir einmal das Ganze zu verstehen.

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