Sie sehen dich nicht, sie hören dich nicht - Nordic-Walker!

Dieser Tage war es wieder so weit! Schon von weitem hörte ich das laute Klappern der Metallstangen, wie sie Nordic-Walker verwenden, übertönt von noch lauterem Durcheinanderreden. Dass die drei Frauen mich wahrnehmen, die vor mir den Weg blockierten, war kaum anzunehmen. Schon sehr früh begann ich etwas lauter aufzutreten, die Laufschuhe am Boden schleifen zu lassen, oder zu husten, obwohl mich keine Verkühlung plagte. Es half alles nichts! Die Gespräche waren so intensiv, dass auch ein Auto unbemerkt geblieben wäre.

 

In den wenigen Metern die mir noch blieben, konnte ich die Technik ein wenig beobachten. Warum, fragte ich mich, warum machen sich die Drei das Leben so schwer und nehmen Stöcke mit? Denn im Gegensatz zum Bild auf dieser Seite, hielten sie die Stöcke die meiste Zeit sowieso nur in Schulterhöhe, um zwischendurch kurz einmal den Boden zu berühren. Egal, dachte ich, Hauptsache in der frischen Luft und nicht in einem verqualmten Kaffeehaus. Obwohl, letzteres wäre für mich angenehmer gewesen, denn dann hätte ich freie Bahn!

 

Nordic-Walkerinnen unter sich (Foto: Keystone)

"Hallo!", rief ich zaghaft! Nichts! "Hallo!", diesmal etwas lauter! Trotzdem nichts! Sie plauderten dahin und benötigten dabei die Breite des ebenfalls sehr breiten Waldweges! "Halloo!!!!" "Darf ich da einmal vorbei!!!!" Rief ich diesmal in voller Lautstärke. "Huch!" Der Schreck fuhr in ihre Glieder und sie fuchtelten dabei mit den Stecken wild durch die Gegend! "Wir haben Sie gar nicht gehört!" "Kein Problem", sagte ich "Läufer sind ja generell leiser!" Mauler!

 

Selbige Geschichte habe ich in dieser und ähnlicher Form immer wieder erlebt. Und viele andere Läufer auch. Dabei geht es nicht um Läufer gegen Nordic-Walker, sondern um das Verständnis für die jeweils andere Sportart. Um Respekt und gegenseitige Akzeptanz. Obwohl es Menschen gibt, für die Nordic-Walking kein Sport ist. Achim Achilles zum Beispiel, der über die "Terroristen mit Stock" schreibt!

 

So weit will ich nicht gehen, war ich doch selbst immer wieder mit Stöcken unterwegs. Ich halte daher auch sehr viel von diesem Sport, wenn man ihn einigermaßen richtig betreibt. Von jenen Horden, die im Pulk erscheinen, ganze Straßen blockieren, mit den Klapperstöcken irgendwie durch die Luft wirbeln und wenig Bereitschaft zeigen den Sport auch zu erlernen, bin ich weniger begeistert! Man soll aber - wie so oft - nicht alle in einen Topf werfen! Was meint ihr?

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